Der Ehrenbürger von Eching Erhard Engelhardt wurde
wurde im oberfränkischen Geroldsgrün im Jahre 1940 geboren. Der Ort liegt im Westen des Landkreises Hof an der Grenze zum benachbarten Landkreis Kronach im Frankenwald, einem bewaldeten Mittelgebirge. Ein junger Mann vom Dorf, der sich an Fußball und Trompeten spielen orientierte und dem sein Hobby das Mittelstreckenlaufen war. Nach dem Abitur ging Engelhardt zum Mathematik- und Physikstudium nach München, wo er auch seine Frau Wilma kennengelernt hat. Erhard und Wilma heirateten im Mai 68 und zum September 68 hatte er eine Anstellung bei der Stadt München als Lehrer für Mathematik und Physik bekommen.
ECHING / Auf die Frage hin, wie er denn nach Eching gekommen sei, fing Engelhardt das Lachen an und meinte „es war ein Witz“, eine besondere Geschichte, die so nur das Leben schreiben kann.
Er hatte jetzt eine Anstellung bei der Stadt München, aber er, der Junge vom Land, wollte jedoch niemals in einer Großstadt wohnen, eher in der Peripherie. Die junge Familie fand über die Zeitung einen Makler in Neufahrn und vereinbarte ein Treffen. Auf der Hinfahrt erblickten beide mit großem Entsetzen die Hochhäuserfront von Neufahrn und entschieden sich sofort gegen den Termin. Sie wendeten noch vor Neufahrn und fuhren auf ihren Rückzugsweg, eher Fluchtweg, durch das unbekannte Eching und kehrten zu einer Stärkung beim Huberwirt ein. Die damalige Bedienung „Anni“ fragte Engelhardt dann, ob´s denn in Eching auch Wohnungen zum Mieten gäbe. „Anni“ verwies auf den Stammtisch und zeigte auf den anwesenden Echinger Makler „Gamon“. Dieser erklärte, dass Ende September am Waldweg einige Wohnungen fertig gebaut werden, darunter eben auch eine bezahlbare 3- Zimmer-Wohnung. Schnell wurde der Rohbau besichtigt und der Vertrag war perfekt. Sein neuer Nachbar war ein junger Bursch mit dem Namen „Joachim Enßlin“. Ja das Schicksal meinte es schon gut mit uns und so ergab sich eins nach dem Anderen. Eine nette Geschichte, die er niemals vergessen wird.
Seit über 42 Jahren wohnt die Familie jetzt in Eching und ist darüber sehr glücklich. Auf die Frage hin, was er besonders an sich schätzt, meint Engelhardt, zum einen seine Gabe, dass er sich über nichts so schnell aufregen kann und zum anderen, dass er aus einfachen Verhältnissen heraus, sein Abitur und sein Studium in Mathematik und Physik gemacht hat. Zu seinen wichtigsten Stationen in seinem Leben zählt an erster Stelle natürlich seine Familie. Engelhardt ist jetzt über 42 Jahre mit seiner Frau Wilma verheiratet und sie sind besonders stolz auf ihre beiden wunderbaren Töchter. Sehr gerne geht Engelhardt mit seiner Frau Wilma auf Reisen und schwärmt von vergangenen Reisezielen, wie z.B. Mexico, China, Nepal, Russland, natürlich so gut wie alle EU Länder, Ägypten, Südafrika usw. Australien fehlt bei der Auflistung.
Engelhardt gilt als Vater der VHS Eching, die vor 40 Jahren in Eching gegründet wurde. Wie kam es dazu? In unserem Eck, dem Waldweg, wo wir wohnten, überlegten sich ein paar Köpfe, wie Joachim Enßlin, Max Ebersdorfer usw. „in Eching könnte man was für die Bildung tun“. Naiv wie ich damals als Junglehrer noch war, gründeten wir einen Verein, holten Neufahrn mit an Bord und so wurde ich 1. Vorsitzender und Leiter der VHS. Erst nachher merkte ich, wie aufwendig und anstrengend hier das Ganze in der Gründungsphase war. Es hat uns allen schon großen Spaß gemacht und so wuchs unsere Bildungsinitiative für Eching bereits nach einem Jahr auf über 1.000 Zuhörer. Nach drei Jahren war das für mich nebenberuflich einfach zu viel und ich gab den 1. Vorsitz ab, aber ich bin seit über 40 Jahren im Vorstand der VHS dabei und es macht mir auch heute noch immer Spaß.
Aber auch die Musik hat es Engelhardt angetan. Mit Herrn Hübner zusammen gründete er den damaligen Posaunenchor der evangelischen Kirche in Eching, wo er bis 1984 aktiv dabei war. Trompete und Flügelhorn waren seine Instrumente. Bereits im Alter von 9 Jahren, wo er Chorschüler war, lernte Engelhardt Trompete. Viel Übung und Spaß an der Freude sorgten dafür, dass er Gefallen an der klassischen Musik fand und leidenschaftlich gerne spielte.
Politisch war Engelhardt über 30 Jahre im Gemeinderat vertreten, davon 12 Jahre als 2. Bürgermeister von Eching. Hauptamtlich wollte er niemals 1.Bürgermeister werden, dazu liebte er seinen Beruf zu sehr und so blieb er hauptberuflich Rektor an der städtischen Realschule in München. Was ihm in Eching ganz besonders gefällt, darauf antwortete Engelhardt mit einem Lächeln im Gesicht „das Freizeitgelände“. Auf die Frage, was er in Eching ändern würde, ja das ist eine schwierige Frage, aber der Verkehr, der eine große Rolle spiele, ist schon ein Problem hier in Eching.
Ich wünsche jedenfalls Herrn Engelhardt und seiner Familie alles Gute für die Zukunft und finde es äußerst bemerkenswert, wie die Hochhäuserfronten von Neufahrn dafür gesorgt haben, dass sich die Familie Engelhardt hier in Eching niedergelassen hat. „Oft trifft man sein Schicksal auf Wegen, die man eigentlich eingeschlagen hatte, um ihm zu entgehen.“
Hier das Interview als Film. Viel Spaß beim schauen.