Dagmar Zillgitt

Im Interview mit Dagmar Zillgitt heute.....

 

WALBURGA BUCHMEIER

(Ehrenbürgerin von Eching bei Freising)

 

Walburga Buchmeier im Interview mit Dagmar Zillgitt

 

Die Ehrenbürgerin von Eching WALBURGA BUCHMEIER

 

wurde 1934 in Neumark im Böhmerwald, im heutigen Tschechien geboren. Kriegsende 1945, als die Fronten sich verschoben, die amerikanischen Besatzer sich aus dem Böhmerwald zurückgezogen hatten, rückten die Tschechen nach. Die Familie lebte noch ein Jahr unter der Herrschaft der Tschechen, bis die Mutter von Walburga Buchmeier eine wichtige Entscheidung für die Zukunft der jungen Familie traf. Enteignet und ohne Aussicht auf die Versorgung mit Lebensmitteln, entschied sie sich am 6. April 1946, zusammen mit ihren beiden Kindern (zwei Mädchen) und der Großmutter zur Flucht nach Deutschland. Über Furth im Wald ging die Fahrt in einem Viehwaggon bis nach Lohhof.

 

Durch Verwandte in München kam der Kontakt über die Brennerei auf „Gut Hollern I“ zustande, wo die Ehrenbürgerin bis heute in ihrem sehr idyllisch gelegenen Häuschen auf „Gut Hollern I“ lebt. Ihr Abitur machte sie damals im Angerkloster in München und wurde über ihre Mathematiklehrerin an Professor Labus in die Entwicklungsabteilung der Firma Siemens empfohlen, wo Sie zur technisch-wissenschaftlichen Assistentin ausgebildet wurde und über viele Jahre auch als solche dort arbeitete.

 

Zusammen mit ihrem bereits verstorbenen Mann hat Walburga Buchmeier drei Kinder (eine Tochter und zwei Söhne) und inzwischen 4 wunderbare Enkelkinder (drei Mädchen und ein Junge), die im Leben der Mittsiebzigerin eine wichtige Rolle spielen. Buchmeier ist stolz auf ihre große Familie, aus der sie die Kraft für ihre Aktivitäten erhält und welche die Grundlage ihres Lebens ist.

 

Die Aktivitäten Buchmeiers bestanden und bestehen noch heute aus vielen Reisen die mit phantastischen Zielen verbunden sind und von denen sie mit größter Begeisterung sehr schön erzählen kann. Buchmeier liebt heilige Berge und hat auch schon einige besucht und umrundet. So war sie u.a. auf dem Kilimandscharo in Afrika. Der Kilimandscharo ist der höchste Berg Afrikas mit stolzen 5.895 Metern. Damit gehört der Kilimandscharo zu den 7 Summits, also den höchsten Bergen der 7 Erdkontinente. Der Kilimandscharo liegt in Tansania an der Grenze zu Kenia. Besonders stolz ist Buchmeier auf die Umwanderung des heiligen Bergs Mt. Kailash in West Tibet. Die unendliche, unbeschreibliche Weite Tibets, die atemberaubende Farbenvielfalt der Steinwüsten, die Bergfaltungen, Formen, Hügel, Seen, die tiefe, fast greifbare Nähe des Himmels, die unendliche Vielzahl von Sternen in den klaren Nächten, ja das hat es ihr angetan. Auch den in Mode gekommenen Camino de Santiago oder besser bekannt als der „Jakobsweg“ ist sie schon gewandert, vor Hape Kerkeling und anderen Stars, die diesen en Vogue gemacht haben. Bis zu 28 km täglicher Fußmarsch über mehr als 4 Wochen, und das ganz alleine von Südfrankreich aus über die Pyrenäen durch die Städte Pamplona, Puente la Reina, Burgos, Leon, Ponferrada bis zum Ziel der Pilgerträume, „Santiago de Compostela“ in Nordspanien. Das erfordert nicht nur eine gehörige Portion an Willenskraft, sondern auch das Durchhaltevermögen in sehr starker und ausgeprägter Weise.

 

Das alles sind unveränderbare und bleibende Werte, die sie niemals in ihrem Leben missen möchte. Und so nebenbei, war sie noch ehrenamtlich aktiv. Drei Jahre war sie für die CSU im Gemeinderat in Eching vertreten, dazu noch Mitglied im Pfarrgemeinderat und Sprecherin des Sozialausschusses der Kirche. Aber das längste ihrer Ämter bekam sie vor 33 Jahren, als sie von der damaligen Vorsitzenden des „Echinger-Forum“, Frau Irene Hegenauer, angesprochen wurde, ob sie nicht über Hollern etwas schreiben möchte! Das hat Walburga Buchmeier dann auch getan! Sie wurde durch ihr Engagement bereits nach zwei Jahren die 2. Vorsitzende und nach weiteren 3 Jahren „ohne dies vorher zu wissen“ für 21 Jahre die 1. Vorsitzende und parallel für 12 Jahre auch noch die Zeitungskreisleiterin (Redakteurin) des Vereins.

 

Ein Amt, das vor allem mit der damaligen Technik zur Knochenarbeit und vor allem „NACHT“-arbeit wurde. Walburga Buchmeier und weitere fünf Mitglieder des Zeitungskreises erhielten für diese Knochenarbeit am 4. Oktober 2000 "in Würdigung langjähriger hervorragender Verdienste" das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern".

 

Und 2010 konnte man dann in der Presse des Landkreises Freising lesen:

Walburga Buchmeier, sie hat sich in besonderer Weise um die Gemeinde Eching verdient gemacht. In dankbarer Anerkennung und Würdigung ihrer großen Verdienste um die Gemeinde hat ihr deshalb der Gemeinderat von Eching, die EHRENBÜRGERWÜRDE am 27. Juli 2010 durch B‚ürgermeister Josef Riemensberger verliehen. So stand es in der Urkunde schwarz auf weiß und wurde durch Echings Bürgermeister in sehr feierlichem Rahmen im Bürgerhaus Eching vorgetragen. Eine Laudatio, die nicht mehr enden wollte. Ein Bericht über eine Frau, die für andere Menschen viel, ja sogar sehr viel getan hat.

 

Auf die Frage hin, was ihr denn an sich selbst am besten gefalle, kam die spontane Antwort, „mein Wissensdurst, das stetige Streben nach Erkenntnis“. So verwundert es auch nicht, dass Walburga Buchmeier noch einen unerfüllten Traum hat. Sie möchte trotz ihrer 76 Jahre noch die Pyrenäen von Nord nach Süd durchwandern, sich auf die Spuren der Katharer begeben. Sie möchte das Land und die Städte besuchen, wo die Katharer gelebt, sich verteidigt und letztendlich ermordet worden sind. Ein trauriges Kapitel in der Kirchengeschichte, für die sich Buchmeier sehr interessiert.

 

Wir freuen uns jedenfalls sehr über eine solche aktive und unternehmungslustige Ehrenbürgerin hier in unserer Gemeinde und wünschen Walburga Buchmeier, der neuen Ehrenbürgerin von Eching, die Kraft und die Möglichkeit, sich diesen Traum noch zu erfüllen. Wir sind sicher, hier in Zukunft noch einiges zu erfahren.

 

Hier die Interview´s als Film. Viel Spaß beim schauen.

 

 

 

oben/unten: Filmbeitrag & Schnitt: Teil 1 & 2 Günter Zillgitt


 

 

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